Tag 36
Mittwoch, 04.03.2026: Von Inlinern, Schlaf-Hacks und bürokratischen Mauern
Der Tag begann überraschend: Schon am Morgen rief der Techniker an. Er wollte die überarbeitete Zwei-Schalen-Orthese direkt vorbeibringen. Mittags stand er dann mit einer Kollegin vor der Tür – die nächste Runde im „Projekt Maßarbeit“ begann.
Die Orthese: Ein ewiges Auf und Ab
Beim ersten Anlegen stellten wir fest: Jetzt war plötzlich zu viel Spiel, es war „zu viel Luft“ in der Schale. Der Techniker hatte eine kreative Idee und zauberte einen Inliner aus der Tasche – ein Polster, das normalerweise bei Amputationen genutzt wird, um Volumen auszugleichen. Das Ergebnis? Mit Inliner war die Orthese an der Wade viel zu eng, ohne war sie zu weit.
Ich entschied mich, es noch einmal ohne Inliner zu versuchen. Ich dachte mir: „Ich habe es ja selbst in der Hand. Wenn der Fuß reagiert, ziehe ich das Ding sofort aus.“ Und genau das passierte: Nur zwei Stunden nachdem der Techniker weg war, schwoll der Fuß merklich an, obwohl ich ihn konsequent auf einem Venenkissen hochgelegt hatte. Es ist frustrierend: Irgendetwas stimmt an dieser Konstruktion grundlegend nicht. Morgen werde ich den Techniker erneut informieren – das Problem muss doch lösbar sein!
Kleiner Life-Hack: Entspannt schlafen mit dem Vacoped
Inmitten des Orthesen-Dramas gab es aber auch einen kleinen Erfolg: Mein bei eBay bestellter Überzug für den Vacoped Diabetic kam an. Und was soll ich sagen? Ich kann es jedem nur empfehlen! Das Schlafen ist damit um Längen besser:
- Das Plastik der Schiene stört nicht mehr.
- Die Klettbänder bleiben nicht im Bettzeug hängen. Ein kleiner Sieg für die Lebensqualität in der Nacht.
Bürokratie-Stopp beim Pflegedienst
Leider gab es an einer anderen Front Probleme: beim Pflegedienst. Es stellte sich heraus, dass die Verordnung für die häusliche Krankenpflege vom Orthopäden nicht korrekt ausgefüllt war. Es fehlte der entscheidende Hinweis auf die Hautkontrolle und das Waschen des Fußes. Es stand lediglich das An- und Ausziehen der Orthese und der Socken drauf.
Ich habe sofort per E-Mail eine neue Verordnung angefordert. Die Reaktion der Praxis? Wenig hilfreich. Man wollte mir das Dokument nur per Post zuschicken, nicht einmal vorab als Scan per E-Mail. Diese Unflexibilität ist unglaublich anstrengend, da sie den Start des Pflegedienstes unnötig verzögert. Wieder einmal heißt es: Warten auf die Post, während man eigentlich Hilfe braucht.