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    Tag 31

    Das Sein ist nicht so, wie es zu sein scheint. Freitag, 27.02.2026: Die „Rüstung“ ist da – Einzug der Zwei-Schalen-Orthese Heute sollte der große Tag der Endversorgung sein. Der Techniker kam vorbei, um mir das Herzstück meiner weiteren Behandlung zu bringen: die Zwei-Schalen-Orthese. Der Anspruch: Das Beste nach dem Gips Zur Erinnerung: Diese Orthese gilt medizinisch als der absolute Standard direkt hinter dem „Goldstandard“, dem Total Contact Cast (TCC). Das Prinzip ist technisch faszinierend: Da der Fuß weiterhin mit 0 kg belastet werden darf, ist die Orthese so konstruiert, dass sie den Druck vom Fuß wegnimmt und ihn stattdessen über das obere Sprunggelenk (OSG), die Wade und das Schienbein ableitet.…

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    Tag 30

    Die wahre Lebenskunst besteht darin, im Alltäglichen das Wunderbare zu sehen. Donnerstag, 26.02.2026: Hausbesuch vom MD – Wenn das Leben in Punkten gemessen wird Heute war der Tag der Wahrheit: Der Medizinische Dienst (MDK) war zur Begutachtung da. Nachdem ich den Pflegeantrag am 06.02. formlos per Brief gestellt hatte, ging es diesmal überraschend schnell – nur zehn Tage später hatte ich den Termin für heute im Briefkasten. Ein Tempo, das ich von den anderen Instanzen bisher nicht kannte. Die Vorbereitung: Mehr als nur Immobil Ich bin kein Typ, der sich unvorbereitet in solche Gespräche stürzt. Mit dem Pflegegrad-Rechner der Verbraucherzentrale hatte ich meine Situation vorab analysiert. Das Ergebnis war eindeutig:…

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    Tag 29

    Erfahrungen sind Maßarbeit. Sie passen nur dem, der sie macht. Mittwoch, 25.02.2026: Die 3.000-Euro-Rüstung – Maßarbeit für meinen Fuß Heute war ein großer Termin: Die Anprobe der Zwei-Schalen-Orthese stand an. Wir reden hier nicht von einem Hilfsmittel von der Stange, sondern von einer absoluten Spezialanfertigung, die exakt nach dem Gipsabdruck meines Fußes gebaut wurde. Ein technisches Schwergewicht Allein der bürokratische Aufwand für dieses Teil war enorm, und preislich bewegen wir uns hier in Regionen von 3.000 bis 4.000 Euro. Das zeigt einmal mehr, wie ernst die Lage ist – für einen „einfachen Bruch“ würde die Krankenkasse niemals solch ein Investment genehmigen. Der Techniker kam heute mit dem Rohling vorbei. Die…

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    Tag 24

    Freitag, 20.02.2026 Der nächste Papierkrieg: Krankengeld und die Angst vor der „Lücke“ Als ob der Kampf um den Fuß und die Pflege nicht schon genug wäre, meldete sich heute die Krankenkasse zu einem Thema, bei dem man absolut keine Fehler machen darf: Das Krankengeld. Da ich nun über die sechs Wochen Lohnfortzahlung hinaus bin, übernimmt die Versicherung. Das klingt erst einmal gut, bedeutet aber in der Praxis vor allem eines: Bürokratische Disziplin auf höchstem Niveau. Die Spielregeln der VIACTIV Ich musste ein Online-Formular ausfüllen und wurde unmissverständlich über die Bedingungen belehrt. Hier sind die Punkte, die mir jetzt im Nacken sitzen: Existenzangst im Rollstuhl Es ist ein seltsames Gefühl: Man…

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    Tag 23

    Die Gier ist das Muttertier vom Goldenen Kalb Donnerstag, 19.02.2026: Endlich die richtige „Rüstung“ – und ein tiefer Blick in den Abgrund der Profitgier Heute stand die erste Kontrolle beim Orthopäden an. Das Ergebnis war ernüchternd: Der Fuß hat sich kaum verändert, sah durch den (falschen) Rebound Air Walker zeitweise sogar schlimmer aus als ganz ohne Maßnahmen. Das Röntgenbild bestätigte den Stillstand. Fazit: Weiterhin krankgeschrieben, weiterhin zum Warten verdammt. Der Anruf der Erlösung Doch dann der Lichtblick am Mittag: Das neue Sanitätshaus rief an. Der VACOped Diabetic Stiefel ist da! Endlich die Versorgung, die das Krankenhaus von Anfang an gefordert hatte. Mein Nachbar hat mich sofort hingefahren – danke nochmal…

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    Tag 21

    Das Leben kann nur in der Schau nach rückwärts verstanden, aber nur in der Schau nach vorwärts gelebt werden. Dienstag, 17.02.2026: Gipsabdruck und Paragrafen – Die Suche nach Heilung und Gerechtigkeit Der heutige Tag stand ganz im Zeichen der Planung. Einerseits geht es um die langfristige Stabilisierung meines Fußes, andererseits um die Aufarbeitung der Fehler, die mich überhaupt erst in diese Lage gebracht haben. Die Zwei-Schalen-Orthese: Ein Hoffnungsträger (vorerst) Überraschend schnell kam das grüne Licht (12.02.2026) von der Krankenkasse: Die Zwei-Schalen-Orthese wurde bewilligt. Selbst das Sanitätshaus war erstaunt über das Tempo – normalerweise mahlen die Mühlen der Kassen deutlich langsamer. Mittags war der Techniker bei mir, um den Gipsabdruck zu…

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    Tag 16

    Wenn du erfolgreich sein willst, dann sei konsequent! Donnerstag, 12.02.2026: Eigenregie – Wenn das System blockt, helfe ich mir selbst Ich hatte es satt. Satt, wie eine heiße Kartoffel zwischen Diabetologin, Orthopäde und dem ersten Sanitätshaus hin- und hergeschoben zu werden. In meinem Kopf hämmerte nur ein Satz aus dem Krankenhausbericht: „Empfehlung: Vacoped Diabetic Stiefel“. Der aktuelle Air Walker ist für einen Charcot-Fuß einfach nicht das Richtige – er ist kontraproduktiv. Der Versuch: „Ich kauf mir meine Gesundheit einfach“ Heute Morgen habe ich direkt beim Hersteller, der Firma OPED, angerufen. Ich war so verzweifelt, dass ich der Dame am Telefon sagte: „Ich kaufe den Stiefel privat. Ich zahle Ihnen auch…

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    Tag 13

    Montag, 09.02.2026: Zwischen Ohnmacht am Telefon und Empathie in der Praxis Das ganze Wochenende hing mir die Kälte der Diabetologin noch in den Knochen. Heute war der Montag, an dem sie sich wegen des Vacoped-Stiefels melden wollte. Ich hatte gehofft, dass sie nachgedacht hat. Doch als das Telefon klingelte, wurde mir schnell klar: Hier geht es nicht um meine Heilung, hier geht es nur noch um Absicherung und Abwehr. Die kalte Schulter: „Nageln Sie mich nicht fest!“ Das Gespräch war eine einzige Katastrophe. Die Ärztin war sofort im Verteidigungsmodus. Die Botschaft: Das Sanitätshaus könne den Vacoped Diabetic nicht liefern. Und damit war das Thema für sie erledigt. Anstatt nach einer…

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    Tag 11

    Ein Sicherheitsgurt schränkt die Bewegungsfreiheit längst nicht so ein wie ein Rollstuhl. Samstag, 07.02.2026: Ein Stück Freiheit auf vier Rädern Heute gab es einen Moment, der sich fast wie ein Sieg angefühlt hat: Mein Rollstuhl wurde geliefert. Nach den harten Kämpfen in der Diabetologie und der Sturheit meines Orthopäden hat die Logistik mit dem Sanitätshaus wenigstens reibungslos funktioniert. Ein neues Lebensgefühl (mit Hindernissen) Es klingt vielleicht seltsam, sich über einen Rollstuhl zu freuen, aber für mich bedeutet er gerade eine enorme Erleichterung. Wer noch nie versucht hat, seinen kompletten Alltag auf Krücken und mit strikter 0-kg-Belastung zu meistern, kann sich kaum vorstellen, wie erschöpfend jeder Meter ist. Natürlich ist die…

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    Tag 10

    Sie benötigen Passierschein A38… Der bürokratische Abgrund: Wenn Hilfe zum Wartenummer-Spiel wird Heute habe ich den Antrag auf Pflegeleistungen gestellt, so wie es mir mein Arzt geraten hat. Aber je tiefer ich in dieses Thema eintauche, desto fassungsloser macht mich die Logik unseres Pflegesystems. Die Sackgasse „Haushaltshilfe“ Die Haushaltshilfe, die ich für den akuten Fall beantragt habe, ist ein Tropfen auf den heißen Stein. Sie hilft mir genau einen Monat. Danach? Fällt sie weg. Hier prallen Theorie und Praxis knallhart aufeinander: Ein Charcot-Fuß braucht nicht vier Wochen, sondern viele Monate – oft Jahre –, bis eine vermeintliche „Heilung“ oder zumindest Stabilität eintritt. Die Krankenkassen scheinen sich das alles so einfach…

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    Tag 9

    Wer mit dem Kopf durch die Wand will, holt sich nur Beulen. Donnerstag, 05.02.2026: Die Fachleute schalten auf stur – Ein Termin ohne Einsicht Nach dem Gespräch beim Hausarzt dachte ich, es könnte nicht schlimmer werden. Doch heute stand der Termin in der Diabetologie an. Zwei Tage lang hatte ich gegrübelt: Warum wurde mein Fuß in einer Praxis, die sogar eine eigene Fußambulanz hat, monatlich übersehen? Warum reichte mein Humpeln und die deutliche Rötung nicht aus, um die Alarmglocken schrillen zu lassen? Ich hatte mich akribisch vorbereitet. Als die Ärztin meinen Fuß im Rebound Air Walker sah und fragte, was passiert sei, antwortete ich nur: „Das ist ein Charcot-Fuß. Und…

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    Tag 7

    Vertrauen wird dadurch erschöpft, dass es in Anspruch genommen wird. Dienstag, 03.02.2026: Die Konfrontation – Wenn das Vertrauen auf dem Prüfstand steht Heute war mein DMP-Termin beim Hausarzt zur Besprechung der aktuellen Laborwerte. Doch die Blutwerte waren heute Nebensache. Eine Freundin fuhr mich zur Praxis und holte mich später wieder ab – ein kleiner Dienst, der in meiner neuen Unselbstständigkeit plötzlich lebenswichtig ist. Ich betrat das Sprechzimmer mit einer brennenden Frage im Kopf: Wie konnte das passieren? Das Gespräch über das Versagen Ich habe meinen Arzt heute ganz direkt und sachlich mit den Fehlern der letzten Monate konfrontiert. Ich wollte Antworten: Seine Reaktion war eine Mischung aus Ratlosigkeit und Rechtfertigung.…

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    Tag 6

    Ich habe mir nie vorgenommen, zu schreiben. Ich habe damit angefangen, als ich mir nicht anders zu helfen wusste. Zwischen Verzweiflung und neuem Mut: Mein Tagebuch Das letzte Wochenende war schrecklich. Ich habe sehr viel geweint. Am Samstag kam eine Freundin vorbei; wir haben zusammen geweint, aber auch zusammen gelacht. Doch als sie weg war, kam die Traurigkeit sofort zurück. Diese Ungewissheit macht einen einfach fertig. Natürlich habe ich das gesamte Wochenende im Internet verbracht, um mehr Informationen über den Charcot-Fuß zu finden – Erfahrungsberichte, Studien, irgendetwas. Aber echte Infos sind Mangelware. Viele Webseiten schreiben nur voneinander ab. Wirkliche Berichte „aus dem Leben“, so wie ich sie hier schreibe, findet…