Tag 50
Mittwoch, 18.03.2026: Ein Fax aus dem letzten Jahrhundert und die Logik der „Kopf-MRTs“
Heute stand die nächste Kontrolle in der elektiven Notaufnahme des Helios-Klinikums an. Ein Freund hat mich hingefahren – danke dir nochmal dafür! Die Hoffnung war groß, heute endlich mal etwas Positives zu hören.
Das Wunder der kurzen Wartezeit
Die Anmeldung lief glatt, und nach nur zehn Minuten im Wartezimmer wurde ich schon aufgerufen. Ein echtes Weihnachtswunder für Krankenhaus-Verhältnisse!
Beim Arzt angekommen hieß es erst mal: Orthese aus. Der Mediziner warf einen Blick auf meinen Fuß und verkündete direkt, dass dieser „gut aussieht“. Meine berechtigte Gegenfrage: Wie kann man das ohne bildgebende Diagnostik beurteilen? Die Antwort blieb er mir schlichtweg schuldig. Ich bestand also konsequent auf einem CT oder MRT.
Bürokratie-Slapstick: Willkommen im Fax-Zeitalter
Und dann ging das Zuständigkeits-Drama los. Man eröffnete mir, dass ich ohne eine aktuelle Über- oder Einweisung keine Bildgebung bekomme. Mein Argument, dass wir uns im selben Quartal wie bei meinem letzten Besuch im Januar befinden (wo die Überweisung vorlag), zählte nicht. MRT ging ohne Termin sowieso nicht, also blieb nur das CT.
Um die Untersuchung zu retten, hängte ich mich ans Telefon und rief meinen Orthopäden an. Die Lösung der Praxis im Jahr 2026? Sie haben die Überweisung gefaxt. Ja, richtig gelesen: Gefaxt! Wir sprechen über Telematikinfrastruktur und Digitalisierung im Gesundheitssystem – aber im Ernstfall rattert das Thermopapier. Man kann nur fassungslos den Kopf schütteln.
Der Blick in die Röhre – und ein großer Lichtblick
Mit dem Fax in der Hand gab der Oberarzt endlich grünes Licht. Nach weiteren 20 Minuten Warten ging es ab ins CT. Die Untersuchung selbst dauert ja zum Glück nur zwei bis drei Minuten. Danach hieß es wieder: Ab ins Wartezimmer und Geduld beweisen.
Nach weiteren 20 Minuten wurde ich zur Besprechung gerufen. Der Oberarzt hatte die CT-Bilder bereits auf dem Monitor geöffnet – und diesmal gab es tatsächlich die ersten erfreulichen Nachrichten seit Wochen! Unter Vorbehalt meinte er, dass wir voraussichtlich ab meinem nächsten großen Kontrolltermin am 05.05.2026 ganz langsam mit dem Aufbelasten des Fußes anfangen könnten. Endlich ein konkretes Ziel vor Augen!
Der nächste Hammer an der Anmeldung
Doch die Freude wurde sofort wieder durch das System ausgebremst. Der Arzt fragte mich, ob ich denn den MRT-Termin für den 05.05. schon hätte. Ich entgegnete: „Sie wollen das MRT doch haben und mich an dem Tag sehen – ich dachte, das machen Sie?“ Die Antwort: „Nein, den müssen Sie selbst machen.“
Schon wieder Kopfschütteln. Das MRT-Zentrum und die elektive Notaufnahme sitzen im Helios literally Rücken an Rücken. Aber Kommunikation? Fehlanzeige.
Also rüber zur MRT-Anmeldung – und dort wartete der nächste bürokratische Geniestreich auf mich:
- Mein Arzttermin war für den 05.05. vormittags angesetzt. Die Dame an der Anmeldung wollte mir das MRT für den 04.05. nachmittags geben. Heißt für mich: Mit meiner massiven mobilen Einschränkung an zwei Tagen hintereinander irgendwie ins Krankenhaus gurken.
- Als ich um einen Termin am 05.05. vor dem Arztgespräch bat, kam die Killer-Begründung: „Morgens werden nur Kopf-MRTs gemacht, da macht man keine Fuß-MRTs.“ Man muss sich das bildlich vorstellen: Die Maschine ist morgens anscheinend rassistisch gegenüber Extremitäten.
Eine Heldin im System
Die Anmeldedame ging zweimal im MRT-Bereich nachfragen, kam aber mit einer Absage zurück. Zum Glück bekam die Mitarbeiterin aus der elektiven Notaufnahme das Drama mit. Sie schnappte sich das Problem, ging selbst im MRT-Bereich diskutieren und kam kurz darauf mit der erlösenden Nachricht wieder: Ich bekomme mein Fuß-MRT am 05.05. morgens, direkt vor dem Oberarzt-Termin. Es gibt sie also doch noch – die Menschen im System, die mitdenken und einem den Hintern retten. So blieb mir der doppelte Fahrtweg erspart.
Danach hat mich mein Kumpel wieder eingesammelt. Ich habe die frohe Botschaft natürlich sofort meinen Eltern und Freunden erzählt. Nach all den Rückschlägen tat das unendlich gut. Endlich ein Funken Hoffnung auf ein Stück Normalität ab Mai!