Tag -160
Die Ruhe vor dem Sturm ist wie die Stille vor dem Donner. Sie ist eine Warnung, dass etwas Gewaltiges bevorsteht.
Donnerstag, 21.08.2025: Der 3-Monats-Check – Erste Warnsignale am Fuß
Heute stand mein routinemäßiger Quartalstermin in der diabetologischen Schwerpunktpraxis an. Eigentlich Routine: Blutdruck messen, Gewicht kontrollieren, das obligatorische Gespräch über die Werte.
Wie immer wurden auch meine Füße inspiziert. Dabei fiel der medizinischen Fachangestellten (MFA) sofort etwas auf: Mein „Zeigezeh“ (direkt neben dem großen Onkel) war am Nagel blutunterlaufen, und der gesamte vordere Fußbereich wies eine leichte Rötung und Schwellung auf.
Sie fragte mich direkt: „Was haben Sie denn da gemacht? Ist das etwa gebrochen?“
Ich erzählte ihr von meinem Missgeschick im Gym und dass ich vor kurzem umgeknickt war. Ob etwas gebrochen sei, könne ich nicht sagen – Schmerzen hatte ich ja kaum. Ich erwähnte aber, dass ich ohnehin in Kürze einen Termin beim Hausarzt habe, um den Fuß per Röntgen oder MRT genauer untersuchen zu lassen. Die MFA war aufmerksam und bat mich um eine kurze Info per Mail, sobald ich wüsste, was die Untersuchung ergeben hat.
Auch meine Diabetologin warf einen prüfenden Blick auf den Fuß. Ihre Einschätzung: „Lassen Sie das auf jeden Fall zeitnah vom Hausarzt abklären.“ Da der Termin dort bereits feststand, blieb es bei diesem Rat.
Ansonsten war der Termin erfreulich unauffällig:
- HbA1c-Wert: Gut eingestellt.
- Time in Range (TIR): Ebenfalls im Zielbereich.
- Gesamtzustand: Keine weiteren Beanstandungen.
Ich verließ die Praxis mit einem guten Gefühl wegen meiner Zuckerwerte, aber mit der leisen Vorahnung, dass die Geschichte mit dem Fuß doch komplizierter sein könnte, als ich dachte.

📋 Checkliste: Der Fuß-Check beim Diabetologen
Lass dich nicht abspeisen – achte auf diese 5 Punkte!
Wenn du Diabetes hast, ist der regelmäßige Blick auf die Füße Lebensversicherung. Damit dir nichts entgeht (wie bei mir am 21.08.2025), nimm diese Checkliste gedanklich mit in das Behandlungszimmer:
- Die Sichtprüfung (Mehr als nur kurz gucken):
- Gibt es neue Rötungen oder Schwellungen?
- Sind Hämatome (Blutergüsse) unter den Nägeln oder an den Zehen sichtbar?
- Mein Fehler: Ich dachte, die Rötung kommt nur vom Umknicken.
- Der Temperatur-Check (Der „Handrücken-Test“):
- Fühlt sich ein Fuß deutlich wärmer an als der andere?
- Wichtig: Ein Temperaturunterschied ist oft das erste Warnsignal für einen beginnenden Charcot-Fuß, noch bevor etwas bricht!
- Die Puls- und Nervenkontrolle:
- Wurde der Fußpuls getastet?
- Wurde das Gefühl mit der Stimmgabel (Vibration) oder dem Monofilament (Berührung) geprüft?
- Merke: Wer nichts spürt, merkt auch keine Brüche!
- Verletzungen offen ansprechen:
- Erzähl von jedem Umknicken, jedem Stoß und jedem Sturz – auch wenn es „nicht weh tut“.
- Frage gezielt: „Könnte das ein beginnender Charcot-Fuß sein?“
- Die Dokumentation:
- Lass Auffälligkeiten im Gesundheitspass eintragen.
- Frag nach einer Überweisung zum Radiologen (MRT/Röntgen), wenn eine Schwellung länger als eine Woche anhält.