Tag -1
Bei frühzeitiger Erkennung des Krankheitsbildes, wenn noch keine vollständigen Gelenk- oder Knochenbrüche vorliegen, führt die sofortige und dauerhafte Ruhigstellung und Entlastung des betroffenen Fußes zur Rückbildung des Entzündungsprozesses und vermeidet, dass der Fuß nennenswert deformiert wird.
Heute ist Dienstag, 27.01.2026.
Eigentlich ein ganz normaler Tag im Homeoffice. Während ich arbeitete, wartete ich gespannt auf den MRT-Befund von gestern. Als er gegen Mittag eintraf, folgte der Schock: Für einen Laien wie mich liest sich so ein Bericht beängstigend – ich las immer wieder das Wort „Frakturen“ (Knochenbrüche).
Ich unterbrach sofort meine Arbeit und fuhr mit dem Fahrrad zu einem Durchgangsarzt (Orthopäde). Vor der Praxis empfing mich eine lange Schlange; insgesamt wartete ich 90 Minuten, bis ich endlich im Behandlungszimmer saß. Der Orthopäde warf einen Blick auf meinen Fuß und fragte, ob dieser schon einmal geröntgt wurde. Ich verneinte und erklärte, dass lediglich im Oktober 2025 und gestern (26.01.2026) MRT-Aufnahmen gemacht wurden. Ich übergab ihm die entsprechenden Befunde.
Er schickte mich dennoch sofort zum Röntgen – ein Glück, dass die Praxis eine eigene Radiologie hat. Also: Fuß röntgen lassen und zurück ins Wartezimmer. Nach wenigen Minuten wurde ich erneut aufgerufen. Der Arzt zeigte mir das Röntgenbild und sagte fast schon lapidar:
„Ihr Fuß ist ziemlich Matsche.“
Ich wusste überhaupt nicht, wie mir geschah. Ich hatte keine Schmerzen! Wie konnte es sein, dass ich Knochenbrüche auf dem Bild sah, aber nichts spürte? Ich verstand die Welt nicht mehr.
Ohne große Erklärungen gab mir der Arzt eine Überweisung für das Krankenhaus mit. Ich sollte mich dort bei seinem Kollegen, einem Fußchirurgen, vorstellen, um eine Zweitmeinung einzuholen.
Mit einem extrem mulmigen Gefühl fuhr ich nach Hause. Ich hatte keine Information darüber, ob ich den Fuß noch belasten darf oder was genau eigentlich mit mir los war. Zu Hause angekommen, informierte ich meine Kollegen nur noch kurz, dass ich am nächsten Tag ins Krankenhaus müsse und mich später melden würde. Das Gedankenkarussell fing an sich zu drehen …
⚠️ Die Schmerz-Falle: Warum spüre ich nichts?
Der Satz des Arztes „Ihr Fuß ist ziemlich Matsche“ war ein Schock – vor allem, weil ich keine Schmerzen hatte. Wie ist das möglich bei gebrochenen Knochen?
Der Grund ist die sogenannte diabetische Polyneuropathie:
- Nervenschäden: Durch den langjährigen Diabetes werden die Nerven in den Füßen geschädigt. Sie leiten Warnsignale (wie Schmerz) nicht mehr richtig an das Gehirn weiter.
- Die „stumme“ Gefahr: Da das Warnsystem des Körpers ausgeschaltet ist, bemerkt man Knochenbrüche oder Entzündungen oft gar nicht. Man läuft einfach weiter – und macht den Schaden mit jedem Schritt schlimmer.
- Wärme statt Schmerz: Oft ist das einzige Anzeichen für einen Charcot-Fuß in diesem Stadium, dass der Fuß rot, geschwollen und deutlich wärmer ist als der andere (manchmal ein Unterschied von 2°C oder mehr).
Mein Rat: Wenn dein Fuß geschwollen oder rot ist, verlass dich niemals darauf, dass es „nicht weh tut“. Geh sofort zum Arzt und bestreite den Weg am besten nicht mehr mit dem Fahrrad oder zu Fuß, bis die Diagnose geklärt ist!