Reise

Tag 77

Podologie-Termin: Wenn die Fußpflege den Zeh vor dem Orthopäden rettet

Heute stand der nächste Termin bei der Podologie an. Als die Podologin meinen eingewickelten Zeh sah und nachfragte, was da los sei, bat ich sie, sich die Geschichte mal genauer anzusehen.

Das Urteil der Expertin: Mein Bauchgefühl behält recht

Die Podologin schlug im Grunde die Hände über dem Kopf zusammen:

  • Der Rest des Zehennagels steckte immer noch tief in der Haut. So konnte da überhaupt nichts abheilen.
  • Die Rivanol-Salbe hat genau das angerichtet, was ich befürchtet hatte: Die Haut war durch die dauerhafte Feuchtigkeit extrem aufgeweicht.

Ihre Ansage war glasklar und unmissverständlich: „Wer schmiert denn bitte kontinuierlich Rivanol auf so eine Stelle? Noch drei Wochen so weiterbehandeln, und man kann den Zeh amputieren, weil er komplett vermodert ist!“

Man muss sich das mal vorstellen: Ein Orthopäde verschreibt eine Therapie, die bei einem Risikopatienten beinahe zum Verlust eines Zehs führt.

Professionelle Rettung in letzter Minute

Die Podologin hat dann sofort Nägel mit Köpfen gemacht:

  1. Sie hat den eingewachsenen Nagelrest fachgerecht aus der Haut entfernt.
  2. Die Wunde wurde gründlich gereinigt und desinfiziert.
  3. Sie hat eine Tamponade eingesetzt, damit der Nagel nicht wieder einwächst.
  4. Die Anweisung: Keinesfalls mehr Salbe draufschmieren! Der Zeh braucht Luft, um abzutrocknen und abzuheilen.

In einer Woche soll ich direkt wieder zur Kontrolle vorbeikommen. Luft an einen Zah zu bekommen, der in einer Orthese eingepackt ist, wirkt gar nicht so einfach. Ich habe mir damit geholfen, das ich meine Socken vorne kaputt geschnitten habe und von der Ortheseneinlage die vordere „Klappe“ (Klettverschluss) abgemacht habe. Ziel erreicht.

Fazit: Hinterfragt alles!

Dieser Tag war für mich eine gewaltige Lehre: Vertraut eurem eigenen Bauchgefühl! Nur weil jemand einen Arztkittel trägt, heißt das nicht, dass jede Behandlung alternativlos oder gar richtig ist. Ohne den kritischen Blick und das schnelle Handeln der Podologin hätte diese „Standard-Behandlung“ des Orthopäden böse geendet.

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