Reise

Tag 21

Dienstag, 17.02.2026: Gipsabdruck und Paragrafen – Die Suche nach Heilung und Gerechtigkeit

Der heutige Tag stand ganz im Zeichen der Planung. Einerseits geht es um die langfristige Stabilisierung meines Fußes, andererseits um die Aufarbeitung der Fehler, die mich überhaupt erst in diese Lage gebracht haben.

Die Zwei-Schalen-Orthese: Ein Hoffnungsträger (vorerst)

Überraschend schnell kam das grüne Licht (12.02.2026) von der Krankenkasse: Die Zwei-Schalen-Orthese wurde bewilligt. Selbst das Sanitätshaus war erstaunt über das Tempo – normalerweise mahlen die Mühlen der Kassen deutlich langsamer.

Mittags war der Techniker bei mir, um den Gipsabdruck zu nehmen. In meiner Vorstellung war diese Orthese das „Upgrade“ zum Vacoped-Stiefel – eine maßgefertigte Rüstung, die meinen Fuß noch besser schützt. Der Techniker war optimistisch: „Die Anprobe kann schon Mitte nächster Woche stattfinden.“ Zu diesem Zeitpunkt ahnte ich noch nicht, dass auch hier Theorie und Praxis bald schmerzhaft aufeinanderprallen würden.

Der Weg zum Recht: Telefonat mit dem Anwalt

Nachdem ich die Gespräche mit meinem Hausarzt und der Diabetologin verdaut hatte, stand mein Entschluss fest: Ich lasse prüfen, ob hier Behandlungs- oder Befundsfehler vorliegen. Heute hatte ich dazu das Erstgespräch mit einem Rechtsanwalt.

Seine erste Frage war ernüchternd: „Liegt bereits ein medizinisches Gutachten vor?“ Da ich das verneinen musste, erklärte er mir das Vorgehen:

  1. MD-Gutachten: Als gesetzlich Versicherter habe ich Anspruch auf eine Prüfung durch den Medizinischen Dienst (MD). Das ist für mich kostenlos – ein enormes Privileg, wenn man bedenkt, dass Privatversicherte dafür gut 2.500 bis 3.000 Euro auf den Tisch legen müssen.
  2. Die Bedingung: Der Anwalt kann erst aktiv werden, wenn dieses Gutachten vorliegt und einen klaren Fehler bestätigt.

„Fun Fact“: Die Krankenkasse und ihre Versprechen

Direkt im Anschluss rief ich meine Krankenkasse an. Die Sachbearbeiterin war am Telefon sehr hilfsbereit: „Gar kein Problem, ich schicke Ihnen die Formulare für die Schweigepflichtentbindung zu. Der Medizinische Dienst kümmert sich dann um den kompletten Rest.“

Ich legte auf und dachte: „Wahnsinn, endlich mal etwas, das unkompliziert läuft.“ Kleiner Spoiler: Das war natürlich ein gewaltiger Irrtum. Aber dazu in einem späteren Beitrag mehr…

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