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Tag 59

Freitag, 27.03.2026: Die absurde Logik des Krankengeldes – Wenn „mehr Brutto“ weniger Netto bedeutet

Es geschehen noch Zeichen und Wunder: Heute lag endlich der Bescheid über die Festsetzung des Krankengeldes der VIACTIV im Briefkasten. Doch beim Blick auf die Zahlen wird es jetzt richtig skurril – und man weiß nicht, ob man lachen oder weinen soll.

Das mathematische Wunder der Krankenkasse

Laut Bescheid bekomme ich ein so hohes Brutto-Krankengeld, dass dieser Wert rechnerisch sogar über meinem bisherigen Netto-Lohn beim Arbeitgeber liegt. Klingt im ersten Moment fantastisch, hat aber in der Realität einen gewaltigen Haken und führt die Regelungen meines Arbeitgebers komplett ad absurdum.

Mein Arbeitgeber ist an den TV-L (Tarifvertrag der Länder) gebunden. Darin ist eigentlich festgelegt, dass der Arbeitgeber das Krankengeld aufstockt, damit man als Arbeitnehmer während einer langen Krankheit keine finanziellen Verluste erleidet. Ein tolles Prinzip – theoretisch.

Die Brutto-Netto-Falle

Jetzt kommt die bürokratische Realität: Der Arbeitgeber gleicht bei dieser Berechnung mein bisheriges Netto-Gehalt mit dem Brutto-Krankengeld ab. Da mein Brutto-Krankengeld auf dem Papier so hoch ist, sagt der Arbeitgeber: „Der gesetzliche Anspruch ist hoch genug, wir müssen nichts aufstocken.“

Dabei wird völlig ignoriert, dass das Brutto-Krankengeld niemals eins zu eins auf meinem Konto landet. Auch vom Krankengeld gehen noch ordentlich Abzüge runter:

  • Rentenversicherung
  • Arbeitslosenversicherung
  • Pflegeversicherung (inklusive der saftigen Zusatzbeiträge)

Das bittere Endergebnis dieser Milchmädchenrechnung? Das tatsächliche Netto-Krankengeld liegt in meinem Fall am Ende bei knapp 20 % weniger als mein normales Netto-Gehalt.

Fazit: Verlust trotz Aufstockungsvertrag

Obwohl ich also einen Tarifvertrag im Rücken habe, der mich vor Verlusten schützen soll, stehe ich am Ende mit einem dicken Minus da – nur weil das System Äpfel mit Birnen (oder in diesem Fall Brutto mit Netto) vergleicht. Man wird in diesem Land dafür bestraft, krank zu werden, und die Absicherung existiert oft nur auf dem Papier. Wieder einmal ein herber Dämpfer, den man in so einer Phase absolut nicht gebrauchen kann.

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