Reise

Tag 70

Der 2. Versuch mit dem MDK: Ein neuer Anlauf im Pflegegrad-Zirkus

Heute stand der Wiederholungstermin mit dem Medizinischen Dienst auf dem Programm. Ihr erinnert euch sicher noch an mein Entsetzen über den ersten Bescheid: 0,0 Punkte mit der weltfremden Begründung, dass meine Beeinträchtigung wohl kaum drei Monate anhalten würde. Gegen diesen Realitätsverlust hatte ich natürlich umgehend Widerspruch eingelegt.

Verstärkung und Fakten am Tisch

Diesmal war ich nicht allein – meine Haushaltshilfe war beim Termin dabei, um die alltägliche Realität zu bezeugen. Die Gutachterin kam, klappte ihr Notebook auf und hörte sich an, wie mein Alltag mit der strikten Nullbelastung im Rollstuhl tatsächlich aussieht:

  • Duschen: Alleine nicht sicher machbar.
  • Kochen: Auf Krücken oder aus dem Rollstuhl heraus nahezu unmöglich.
  • Einkaufen: Ohne Hilfe schlichtweg nicht zu bewältigen.

Zusätzlich habe ich ihr die medizinischen Leitlinien für eine DNOAP (Diabetische Neuro-Osteoarthropathie / Charcot-Fuß) direkt in die Hand gedrückt und ihr nochmals in aller Deutlichkeit erklärt: Ein Charcot-Fuß ist kein Schnupfen, der nach ein paar Wochen abgehakt ist. Wir sprechen hier von einem Heilungsprozess, der erfahrungsgemäß 12 bis 24 Monate in Anspruch nimmt.

Kein Interesse am Alltag vor Ort

Erstaunlich war das Vorgehen der Gutachterin: Sie tippte zwar fleißig alles in ihren Laptop, hat sich aber nicht einmal die Mühe gemacht, einen Blick auf die Wohnung oder die räumlichen Hürden zu werfen. Das schien sie schlichtweg nicht zu interessieren.

Als sie sich verabschiedete, sahen meine Haushaltshilfe und ich uns nur an. Für uns beide war die Tendenz eigentlich sofort klar – ein gutes Gefühl hatte keiner von uns.

Fortsetzung folgt…

Nun ja, da ich diese Zeilen wie gewohnt rückblickend schreibe, kenne ich den Ausgang dieser Geschichte natürlich schon längst. Aber ich will euch nicht zu viel vorwegnehmen: Das Ergebnis lag am 14. April im Briefkasten. Mehr dazu im nächsten Eintrag! 😉

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