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    Tag 41

    Montag, 09.03.2026: Ein Schritt zurück, zwei Schritte vor (und ein Brief im Schneckentempo) Der heutige Montag war geprägt von technischer Nachbesserung und einer ordentlichen Portion Bestätigung für mein Bauchgefühl. Das Orthesen-Dilemma: Nächste Runde Wieder einmal stand der Techniker vom Sanitätshaus vor der Tür. Wir mussten der Realität ins Auge blicken: Die Zwei-Schalen-Orthese in ihrem jetzigen Zustand ist für meinen Fuß eher eine Belastung als eine Entlastung. Er hat das Teil nun zum wiederholten Male mitgenommen. Der Plan: Sie wird jetzt konsequent enger gemacht, um den nötigen Halt zu geben, ohne dass der Fuß „schwimmt“ und anschwillt. Am Freitag soll der nächste Versuch starten. Bis dahin bleibt der Vacoped mein treuer…

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    Tag 35

    Dienstag, 03.03.2026: Ortstermin – Theorie trifft auf geschwollene Realität Heute kam der Techniker erneut vorbei, um sich das „Phänomen“ der Zwei-Schalen-Orthese anzusehen. Er war mit viel Stolz auf sein Handwerk gekommen, doch mein Fuß lieferte ihm heute die harten Fakten. Das Rätsel der Schwellung Ich zeigte ihm die Fotos vom Wochenende und den direkten Vergleich zwischen dem Sitz der Orthese und dem Zustand im Vacoped Diabetic. Der Techniker untersuchte die Druckpunkte der Orthese und musste zugeben: Obwohl die Schale nach Maß gefertigt wurde, scheint sie den Lymphabfluss in meiner speziellen Situation eher zu behindern als zu unterstützen. Es ist das klassische Problem: Die Orthese ist statisch, aber ein Charcot-Fuß ist…

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    Tag 34

    Montag, 02.03.2026: Zwischen Reklamation und Systemversagen: Wenn das Handwerk rätselt und die Kasse mauert. Der März beginnt, wie der Februar endete: mit einem Mix aus technischer Ernüchterung und bürokratischem Wahnsinn. Inmitten von Rollstuhl-Alltag und Nullbelastung zeigt sich jetzt immer deutlicher, dass man als Charcot-Patient nicht nur gegen die Krankheit, sondern gegen ein ganzes System kämpft. 1. Die 3.800-Euro-Maßarbeit in der Warteschleife Nachdem mein Fuß in der neuen Zwei-Schalen-Orthesen am Wochenende massiv angeschwollen war, suchte ich am Montag sofort den Kontakt zum Sanitätshaus. Der Techniker reagierte per WhatsApp-Rückruf sichtlich verwundert – eigentlich sollte diese „High-End-Lösung“ das exakte Gegenteil bewirken. Wir haben für morgen einen Termin zur Begutachtung vor Ort vereinbart. Bis…

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    Tag 33

    Die größten Enttäuschungen haben ihren Ursprung in zu großen Erwartungen. Sonntag, 01.03.2026: Die 3.800-Euro-Enttäuschung und die Stille der „besten“ Freunde Die letzten zwei Tage habe ich meine neue „Rüstung“, die maßgefertigte Zwei-Schalen-Orthese, pflichtbewusst getragen. Ich wollte, dass es funktioniert. Ich wollte diese High-End-Versorgung als meinen neuen Standard akzeptieren. Doch die Realität an meinem Fuß sprach eine andere Sprache. Das Experiment scheitert Ich wechsle grundsätzlich morgens und abends meine Socken, wasche den Fuß einmal am Tag und mache dabei immer Fotos vom Zustand meines Fußes – eine Routine, die ich jedem Charcot-Patienten nur dringend ans Herz legen kann. Schon am Samstagabend sah ich auf den Bildern: Der Fuß wird dicker. Heute…

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    Tag 29

    Erfahrungen sind Maßarbeit. Sie passen nur dem, der sie macht. Mittwoch, 25.02.2026: Die 3.000-Euro-Rüstung – Maßarbeit für meinen Fuß Heute war ein großer Termin: Die Anprobe der Zwei-Schalen-Orthese stand an. Wir reden hier nicht von einem Hilfsmittel von der Stange, sondern von einer absoluten Spezialanfertigung, die exakt nach dem Gipsabdruck meines Fußes gebaut wurde. Ein technisches Schwergewicht Allein der bürokratische Aufwand für dieses Teil war enorm, und preislich bewegen wir uns hier in Regionen von 3.000 bis 4.000 Euro. Das zeigt einmal mehr, wie ernst die Lage ist – für einen „einfachen Bruch“ würde die Krankenkasse niemals solch ein Investment genehmigen. Der Techniker kam heute mit dem Rohling vorbei. Die…

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    Tag 23

    Die Gier ist das Muttertier vom Goldenen Kalb Donnerstag, 19.02.2026: Endlich die richtige „Rüstung“ – und ein tiefer Blick in den Abgrund der Profitgier Heute stand die erste Kontrolle beim Orthopäden an. Das Ergebnis war ernüchternd: Der Fuß hat sich kaum verändert, sah durch den (falschen) Rebound Air Walker zeitweise sogar schlimmer aus als ganz ohne Maßnahmen. Das Röntgenbild bestätigte den Stillstand. Fazit: Weiterhin krankgeschrieben, weiterhin zum Warten verdammt. Der Anruf der Erlösung Doch dann der Lichtblick am Mittag: Das neue Sanitätshaus rief an. Der VACOped Diabetic Stiefel ist da! Endlich die Versorgung, die das Krankenhaus von Anfang an gefordert hatte. Mein Nachbar hat mich sofort hingefahren – danke nochmal…

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    Tag 11

    Ein Sicherheitsgurt schränkt die Bewegungsfreiheit längst nicht so ein wie ein Rollstuhl. Samstag, 07.02.2026: Ein Stück Freiheit auf vier Rädern Heute gab es einen Moment, der sich fast wie ein Sieg angefühlt hat: Mein Rollstuhl wurde geliefert. Nach den harten Kämpfen in der Diabetologie und der Sturheit meines Orthopäden hat die Logistik mit dem Sanitätshaus wenigstens reibungslos funktioniert. Ein neues Lebensgefühl (mit Hindernissen) Es klingt vielleicht seltsam, sich über einen Rollstuhl zu freuen, aber für mich bedeutet er gerade eine enorme Erleichterung. Wer noch nie versucht hat, seinen kompletten Alltag auf Krücken und mit strikter 0-kg-Belastung zu meistern, kann sich kaum vorstellen, wie erschöpfend jeder Meter ist. Natürlich ist die…

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    Tag 3

    Was geht denn hier ab? Freitag, 30.01.2026: Das System versagt, der Mensch hilft – und die Angst zieht ein Nach einer schrecklichen Nacht mit kaum Schlaf war mein Kopf wie vernebelt. Der Plan für heute: Irgendwie zum Orthopäden kommen. Er hatte zum Glück mitgedacht und mir schon am Dienstag einen Termin gegeben, weil er ahnte, dass ich heute eine Orthese brauchen würde. Da ich kein Auto fahren soll und niemanden erreichen konnte, bestellte ich mir ein Uber. Einsteigen, den Gips vorsichtig reinmanövrieren, ankommen. Die erste Hürde im Wartezimmer Ich saß kaum im Wartebereich, als die Mitarbeiterin des Sanitätshauses hereinkam. Sie sah meinen Gips, warf einen kurzen Blick darauf und bog…

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    Tag -100

    Beim Warten lernt man die Geduld. Immer wieder neu. Montag, 20.10.2025: Das „Rundum-Sorglos-Paket“ – und trotzdem keine Besserung Heute war wieder Montag. Das hieß für mich: Ab zur Lymphdrainage. Inzwischen fühlte sich das fast schon wie ein kleiner Teilzeitjob an. Ich lag dort auf der Liege, der Therapeut arbeitete an meinem geschwollenen, roten Fuß, und wir unterhielten uns über dies und das. Die Aircast-Schiene lag griffbereit daneben. Es fühlte sich alles so… normal an. Aber genau das war das Problem. Das nächste Puzzleteil: Die Kompressionsstrümpfe Nach der Therapie hatte ich noch einen weiteren Termin auf dem Zettel: Ich konnte endlich meine maßangefertigten Kompressionsstrümpfe im Sanitätshaus abholen. Mein Hausarzt hatte mir…